Deutsche Solarwirtschaft investierte zu wenig in Forschung
Warum das Klima für echte Innovation im deutschsprachigen Raum so schlecht ist. Dieser Artikel erschien in leicht gekürzter Form am 19. März 2026 auf energie-bau.at.
Warum das Klima für echte Innovation im Deutschen Sprachraum so schlecht ist
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Wenn jemand behauptet, das Klima für innovative Projekte im deutschen Sprachraum sei „extrem schlecht“, könnte man schnell erwidern: „Dann ist deine Idee vielleicht einfach nicht gut genug.“ Doch die Realität zeigt ein systematisches Muster – anhand historischer Beispiele lässt sich das klar belegen.
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2004: Die deutsche PV-Industrie am Scheideweg – und die falsche Wahl
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Mit dem EEG kam 2004 der große Durchbruch: 57,4 Cent/kWh Einspeisevergütung für 20 Jahre – mehr als das Zehnfache des damaligen Marktpreises. Eine Herkules-Aufgabe stand an:
- Entweder massiv in Forschung investieren, um die Kosten von ca. 4.000 €/kWp auf unter 100 €/kWp zu senken – und parallel Lithium-Akkus von 2.000 €/kWh auf 100 €/kWh bringen, um Solarstrom rund um die Uhr nutzbar zu machen.
- Oder: So schnell wie möglich teure Module produzieren, um den Subventions-Boom abzuschöpfen, bevor die Politik umschwenkt.
Die Bilanzen sprechen eine klare Sprache: Die deutschen Hersteller gaben nur 0,7 % ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung aus. Sie wählten den schnellen Exit – und wurden später nicht primär vom „billigen chinesischen Arbeiter“ überholt, sondern vom eigenen Management stranguliert. Chinesische Konkurrenten investierten 2011–2020 4–8 % in F&E, ergänzt durch starke Universitäten. Ergebnis: Die deutsche PV-Industrie verschwand weitgehend vom Markt.
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Gemeinwohl? Für viele Investoren ein Fremdwort
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Bei Pitches für Investoren löst die Frage nach Gemeinwohl oft nur Kopfschütteln aus. Warum? Mein Pitch: „Wenn ich nur ein paar Häuser verkaufe, reicht es, die Käufer zu überzeugen. Für den Massenmarkt muss ich Politiker überzeugen, dass es gesellschaftlich sinnvoll ist.“
Ein Paradebeispiel: Batteriespeicher für Photovoltaik. Seit 2008 frage ich regelmäßig nach „bedarfsgerechter Netzeinspeisung“ – und finde jahrelang fast nur meine eigenen Artikel. Stattdessen hört man auf Messen Sätze wie: „Um 11 Uhr ist der Speicher voll, dann speisen wir ins Netz ein.“ Das ist das genaue Gegenteil von bedarfsgerecht – und wenn alle so handeln, droht Netzinstabilität statt optimaler Ressourcennutzung.
Diese Haltung begegnet mir bei vielen Herstellern: Gemeinwohl und systemisches Denken spielen kaum eine Rolle.
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Österreichs drei Spezialitäten zur Vernichtung von Start-up-AGs
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Eine AG mit 49 Aktionären und 79.500 € Stammkapital in Österreich zu gründen? EU-weit einzigartige Kostenhämmer:
- 3.500 € Mindest-Körperschaftsteuer – jedes Jahr.
- 6.000 €+ für den Wirtschaftsprüfer, der 150 Zeilen Buchhaltung prüft.
- 6.000 €+ Notarkosten für (Online-)Hauptversammlungen, die HV 2024 lag bei 5.002,74 €.
Vergleich Nachbarländer: Selbst die Schweiz ist günstiger. Am attraktivsten: Ungarn.
- Keine Mindest-Körperschaftsteuer.
- Wirtschaftsprüfer erst ab ca. 1,6 Mio. € Umsatz – und deutlich billiger durch echten Wettbewerb.
- Hauptversammlungen nur notariats-pflichtig bei Statutenänderung (viele Statuten umgehen das geschickt).
Kein Wunder, dass Ungarn zum Zentrum der europäischen Batterieindustrie wird. 2025/2026 produzieren dort Fabriken (u. a. CATL in Debrecen ab Frühjahr 2026) 80–100 GWh pro Jahr – bei nur 9,7 Mio. Einwohnern. Deutschland (9-fach bevölkerungsreicher) schafft gerade mal 50–70 GWh.
Ein Hektar energieoptimierter Siedlung braucht ca. 4 MWh Batteriespeicher, um Mittags-Überschuss-Solarstrom in 24-h-Strom zu verwandeln. Und trotz Einkommensunterschieden: Ein Ungar kann sich ein GEMINI-Haus (energieoptimiertes, stromproduzierendes Haus mit hohem Komfort) leichter leisten als ein Deutscher oder Österreicher.
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Von der Vernichtung zur Vertreibung – und zur Chance
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Die GEMINI next Generation AG will genau das ändern: energieoptimierte Siedlungen und Häuser entwickeln, die günstiger als konventionelle Bauten sind, Strom erzeugen/verkaufen, Netze entlasten, Hochwassersicherheit bieten und Elektromobilität dezentral unterstützen. Das Konzept zielt auf globale Skalierung – von Österreich über Ghana bis weltweit.
Unsere Aktionäre sind eine Gemeinschaft, die an echte Veränderung glaubt. Keine Riesensummen, die dich in Schwierigkeiten bringen – investiere so, wie du eine gute Initiative oder Bürgerbewegung unterstützt. Es kann eine enorme Wertsteigerung geben; garantiert ist nur: Wir geben alles.
Aktuell stellen wir das Stammkapital für die (Neu-/Um-)Gründung zusammen. Ab 5 Mio. HUF (~13.000 €) möglich, idealerweise 20.000–40.000 € bis Mitte April, um loszulegen.
Werde Teil davon:
Die Energiewende braucht nicht mehr Subventionen für alte Denkmuster – sie braucht mutige, gemeinwohlorientierte Innovation. Wer macht mit?
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